News: Künstliche Intelligenz macht jetzt Kunst. Oder doch nicht?

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Algorithmen machen Musik: Beleuchtete Bühne eines Konzert, viele hochgereckte Arme
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Krebs erkennen, Wege berechnen, Bücher empfehlen – Algorithmen können und tun schon heute einiges. Bislang eher nicht in ihrem Tätigkeitsfeld: künstlerisches Schaffen. Kreativität, Originalität, Diskursbildung – das war menschliches Terrain.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (kostenpflichtiger Artikel) berichtet, erobern Algorithmen nun die Musikszene. Im Feburar 2020 wird in der Cadogan Hall in London Franz Schuberts „Unvollendete“ (D759) aufgeführt. Dank eines Huawei-Smartphones hat die bislang zweisätzige Symphonie an diesem Abend vier Sätze.

Der Entwickler David Cope lässt seinen Computer unter dem Namen Emily Howell seit den 90er Jahren Musik machen. Howells Debütalbum erschien 2010. Wie es sich anhört, wenn man einen Computer einen Beitrag für den Eurovision Song-Contest komponieren lässt, kannst du bei Sweaty Machines anhören.

Aber machen Computer wirklich Kunst? Sind sie tatsächlich kreativ? Wohl eher nicht. Ein Computer weiß ja nicht, dass er Musik macht. Wenn Maschinen komponieren, dann tun sie das, was sie können: Sie organisieren und reorganisieren Töne. Dabei ist für den Algorithmus nicht entscheidend, ob er mit Tönen hantiert oder mit Zahlen.

Was Künstliche Intelligenz (noch) nicht kann: Mit Erwartungen brechen, interpretieren, Referenzen setzen. Kunst, die von Menschen gemacht wurde, antwortet auf die Kunst, die vor ihr gemacht wurde. Und sie muss keiner erkennbaren Logik folgen. Das ist bei algorithmisch produzierter Musik anders. Sie kann quasi gar nicht anders als einer vorgegebenen Logik zu folgen. Auch wenn sie innovativ wirkt – künstlich produzierte Musik verstärkt eher unsere Hörgewohnheiten als dass sie uns zu Neuem führt. Auf der Suche nach Unterhaltung werden wir bei computergenerierter Musik aber sicher fündig.