Alle Cookies unter Kontrolle

Stand:

Cookies sind keine einfache Sache. Sie machen Webseiten für uns nutzbar. Und sie können dafür sorgen, dass wir über Jahre auf Schritt und Tritt verfolgt werden. Erfahre jetzt, wie du deine Balance aus Datenschutz und Komfort findest.

Auf einen Blick

  • Manche Cookies verfolgen dich und erstellen Online-Profile.
  • Du entscheidest, welche Cookies auf deinem Computer landen.
  • Wir zeigen dir, wie du die Kontrolle über deine Cookies behältst.
     
Cookies: Männerhände auf einem Laptop, daneben stehen ein Teller mit Keksen und eine Tasse
Off

Werbung nur für dich

Auf vielen Webseiten, die du besuchst, bekommst du Werbung angezeigt. Zum Beispiel für Urlaubsreisen, Computermodelle, Jeanshosen, Windeln oder Kopfhörer. Was dir genau angezeigt wird, weißt nur du. Denn die geschalteten Werbeanzeigen sind personalisiert. Ein Algorithmus schaltet sie nur für dich, mit dem Ziel, dich zum Kaufen zu motivieren. Möglichst oft und möglichst viel. Oder wie Andreas Hentschel von CHIP dem Bayerischen Rundfunk sagte:

„Als Mann Mitte 50 werden Sie wahrscheinlich keine Werbung für Computerspiele oder Damenunterwäsche angezeigt bekommen.“

Vielleicht fragst du dich, wer da Werbung schaltet und wie „die“ überhaupt wissen, was dich interessiert. Erfahre jetzt, wie die Werbung auf deinen Rechner kommt und wie du unerwünschte Cookies verhinderst.

Cookies geben Auskunft

Wenn du eine Webseite besuchst, werden kleine Dateien auf deinem Computer gespeichert. Das sind Cookies. Manche sind dafür da, dass die Webseite gut funktioniert. Sie merken sich zum Beispiel, was du in deinen Warenkorb gelegt hast. Andere Cookies helfen nicht dir, sondern den Geschäftspartnern der Webseite, die du gerade besuchst. Sie heißen Third-Party- oder Drittanbieter-Cookies.

Sie bleiben lange auf deinem Computer, verfolgen deine Aktivitäten im Netz und beobachten, was du wann wie machst. Sie zeichnen nicht nur auf, welche Teller, Kopfhörer oder Reiseziele dir gefallen. Sie werten möglicherweise auch aus, was für ein Käufertyp du bist (zurückhaltend oder impulsiv, preisbewusst oder nicht). Dieses Wissen kombinieren sie mit deinen Google-Anfragen, deinem Betriebssystem (Mac, Windows), deinem Browsertyp und Angaben zu deinem Wohnort. Und fertig ist dein umfassendes Nutzerprofil, das beim nächsten Onlinekauf vielleicht auch darüber entscheidet, ob du auf Raten kaufen darfst oder nicht. 

Do! – So bekommst du die Kontrolle über deine Cookies

Tipp #1 Nur bestimmte Cookies erlauben

Wir wissen, es nervt. Jedes Mal, wenn du eine Webseite aufrufst, kommt ein kleines Fenster, das etwas von dir wissen möchte. Irgendwas mit Cookies. Und weil du vielleicht nur mal schnell was nachsehen wolltest, klickst du „Alle akzeptieren“ ohne irgendwas zu lesen. So schlimm kann es ja nicht sein. Stimmt’s? Dann geht es dir wie 60 Prozent der Menschen in Deutschland.1

Die Sache ist die: Cookies sind per se weder böse noch gut, weder schlecht noch hilfreich. Manche Cookies sind da, damit eine Webseite funktionieren kann. Andere spionieren dich aus. Der Cookie-Banner ist eine sehr effektive Möglichkeit, um Tracking-Cookies und Profiling zu verhindern. Vielleicht die beste, die du hast.

Deshalb empfehlen wir dir: Erlaube bei der Cookie-Abfrage unbedingt nur die essentiellen oder notwendigen Cookies. Wahrscheinlich musst du dir dafür einen Moment Zeit nehmen und den Impuls unterdrücken, auf das bunte, leuchtende Kästchen zu drücken. Das ist nämlich bei den meisten Anbietern der „Alles-akzeptieren-Knopf“. Der graue, kleine, blasse Button mit dem langweiligen Titel „Einstellungen“ – das ist dein Button!

Screenshot Webseite MediaMarkt.de, Januar 2021
Screenshot Webseite MediaMarkt.de, 22.1.2021

Manchmal steht da auch „Mehr erfahren“ oder „Optionen“. Da willst du hin. Dort musst du kurz überprüfen, dass NUR das Häkchen „Essentiell“ oder „Notwendig“ gesetzt ist und die Einstellungen speichern. Und schon geht’s weiter.

 

Tipp #2 Browser wählen

Verschiedene Browser wie Opera, Edge, Firefox oder Safari bieten unterschiedliche Funktionen, wenn es um Privatsphäre und Cookies geht. Wähle einen Browser, der zu deinem Sicherheitsbedürfnis passt. Welcher Browser was kann, erfährst du bei Stiftung Warentest.

Neben den „normalen“ Browsern gibt es auch noch spezielle Browser, die von vorneherein so eingestellt sind, dass sie maximalen Datenschutz garantieren. Beispiele sind Firefox Klar oder der TOR-Browser. Beim TOR-Browser wird deine Anfrage über mehrere Server umgeleitet. So werden deine Verfolger sicher abgeschüttelt. Allerdings kosten diese Umwege auch mehr Zeit – Surfen im TOR-Browser ist spürbar langsamer. 

Tipp #3 Cookie-Einstellungen im Browser 

Wenn du dich für einen der gängigen Browser entscheidest, hast du die Möglichkeit, deinen Browser so einzustellen, dass er nur bestimmte Cookies zulässt. In den Voreinstellungen sind die meisten Browser so konfiguriert, dass sie erstmal viele Cookies zulassen. Wenn du den Menüpunkt „Einstellungen“ aufrufst, kannst du aber bestimmte Cookies blockieren.

Wir empfehlen dir, dass du deinen Browser so einstellst, dass er nur First-Party-Cookies erlaubt. Third-Party-Cookies solltest du filtern. So stellst du sicher, dass keine Tracking Cookies auf deinem Rechner installiert werden. Beim Browsen selbst merkst du keinen Unterschied. Die allermeisten Webseiten funktionieren mit dieser Einstellung einwandfrei.

Screenshot der Browsereinstellungen, mit denen man unliebsame Cookies verbietet
Screenshot empfohlene Browsereinstellungen zu Drittanbieter-Cookies

Tipp #4 Cookies löschen

Wenn du Cookies erlaubst, müssen die nicht für immer bleiben. Du kannst die Cookies, die auf deinem Rechner installiert wurden, jederzeit händisch oder auch mit Hilfe spezieller Tools automatisch löschen. Auf diese Weise kannst du Webseiten und Werbetreibende „verwirren“. Wenn du nach dem Besuch einer Webseite deine Cookies löschst, bekommst du beim nächsten Besuch eine neue ID zugewiesen. Die Seite denkt also nicht, „Aha, hier kommt die 30-jährige Apple-Nutzerin aus Frankfurt von letzter Woche wieder“, sondern „Oha, neuer Nutzer!“. 

Wenn du Cookies löschst, verschwinden aber nicht nur die „bösen“ Daten. Sondern zum Beispiel auch die Produkte, die du letzte Woche beim Onlineshopping in deinem Warenkorb gelassen hast, weil du den Kauf später abschließen wolltest. Je nach dem, wie du deine Passwörter, Log-Ins und Auto-Fill-Ins gespeichert hast, kann es auch passieren, dass beim Löschen einige davon verschwinden. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du Zugangsdaten über die Passwortverwaltung deines Browsers speicherst, dann geht beim Cookielöschen nichts verloren. 

Wie du Cookies löschen kannst, erfährst du im Artikel Cookies kontrollieren und verwalten.

Tipp #5 Anonym surfen

Einige Browser bieten dir die Möglichkeit, in einen Inkognito- oder Anonym-Modus zu wechseln. Dabei hinterlässt du möglichst wenige Spuren im Netz, Cookies werden automatisch gelöscht. Auch der Browserverlauf wird nicht aufgezeichnet. Das Speichern von Log-In-Daten ist in diesem Modus nicht möglich. 

Don’t! – Das solltest du lieber nicht tun

Wenn du möglichst wenige Cookies auf deinem Gerät haben möchtest, gibt es auch ein paar Dinge, die du lieber nicht tun solltest. Erfahre jetzt, welche.

Alle Cookies verbieten

Rein theoretisch kannst du bei deinem Browser oder auch bei einer Cookie-Abfrage einstellen, dass alle Cookies verboten sind. Da manche Cookies aber notwendig sind, damit Webseiten überhaupt funktionieren, solltest du von dieser Möglichkeit lieber keinen Gebrauch machen. Cookies sind leider nicht schwarz-weiß. Sie sind komplex. Wenn du als Userin oder User bequem browsen möchtest und dabei gleichzeitig Datensicherheit haben willst, dann hilft nur ein differenzierter Blick auf die Dinge. Erlaube die notwendigen Cookies und filtere die schlechten. 

Cookie-Banner-Blocker setzen

Weil viele Menschen von den Cookie-Bannern genervt sind, hat sich jemand schon was ausgedacht. Cookie-Banner-Blocker wie „Ninja Cookie” oder „I don’t care about cookies“ blockieren fast alle Cookie-Abfragen. Du kannst dich im Netz bewegen wie früher, ganz ohne störende Pop-Ups. 

Allerdings hat das seinen Preis. Denn für dich ist als Nutzerin oder Nutzer – je nach Tool – nicht ganz klar, welche Cookies wann und warum erlaubt werden. Laut Stiftung Wartentest öffnet das Add-On „I don’t care about cookies“ immer wieder Tür und Tor für Tracking-Zugriffe. Wenn du zum Beispiel mit der Browsererweiterung auf kicker.de vorbeischaust, ermöglichst du mehr als 450 Firmen, Daten über dich zu sammeln. Ohne das Tool kannst du in den Cookie-Einstellungen dafür sorgen, dass nur zwei Firmen Zugriff auf deine Daten erhalten.2  

Unsere Einschätzung ist die: Wenn du die Tendenz hast, auf allen Webseiten „Alle akzeptieren“ zu klicken, um Zeit zu sparen, ist ein Cookie-Banner-Blocker besser als nichts. Dann verhinderst du immerhin in einigen Fällen, dass Tracking-Cookies installiert werden. Besser wäre es, du würdest deine Cookie-Einstellungen händisch auswählen. Aber wir wissen, dass die meisten Unternehmen dir das Leben dabei ziemlich schwer bis unmöglich machen.

Deshalb machen wir als Verbraucherzentralen in der Zwischenzeit weiter politischen und rechtlichen Druck, damit Unternehmen sich endlich an die geltenden Bestimmungen halten. Dann würden Cookie-Abfragen nämlich endlich deutlich nutzerfreundlicher.