News: Debakel in Stanford - Algorithmus entscheidet über Corona-Impfung

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Hände ziehen eine Spritze mit Corona-Impfstoff auf
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Die renommierte Stanford Medicine musste sich in den vergangenen Wochen großer Kritik stellen. Sie wollte bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs besonders fair und gerecht vorgehen. Um zu entscheiden, wer von den 5.000 Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeitern den Impfstoff zuerst erhalten sollte, wurde wochenlang an einem ausgefeilten Algorithmus getüftelt. Alter und Expositionsrisiko sollten unter anderem darüber entscheiden, wer sich zuerst impfen lassen darf und wer noch eine Weile warten muss.

Das Ergebnis: ernüchternd. Wie TheVerge und die Süddeutsche Zeitung berichten, berücksichtigte der Algorithmus gerade mal sieben von 1300 Assistenzärztinnen und -ärzten für den ersten Impfdurchlauf. Diese Ärztegruppe wird besonders häufig in der Corona-Intensivpflege eingesetzt. Stattdessen bevorzugte der Algorithmus Verwaltungspersonal und Medizinerinnen und Mediziner, die hauptsächlich per Videosprechstunde behandeln.

Nach lautstarken Protesten des Klinikpersonals entschuldigte sich die Krankenhausleitung und versprach, ihre Strategie zu ändern.